Gemeindepreisschnalzen 2012 in Weng

Gewissenhaft vorbereitet und trotzdem nicht mal aufs „Treppchen“ gelangte Vorjahressieger Feldkirchen beim 39. Gemeindepreisschnalzen in Weng. Den Rang liefen den Feldkirchnern gleich drei Ainringer Passen ab, wobei Ainring III mit zwei gleichmäßigen Durchgängen heuer erstmals den Gemeindemeister stellte. Die neun Schnalzer unter ihrer Aufdraherin Monika Schwaiger im feschen Dirndlgwand führte die hinter ihr postierten „Manner“ endlich auf den ersehnten Sprung nach vorne. Beim 2011-Schnalzen in Perach mussten das 9er-Ensemble noch mit dem dritten  Platz zufrieden sein. Bei der Jugend ist und bleibt Ainring I eine Klasse für sich und holte sich als Abonnement-Triumphator neuerlich den ersten Preis ab. Im Doppelpack wurden die Jungs auch Sieger der Paschwertung. Bei den „Allgemeinen“ schnalzte Ainring IV den Pasch (jeweils ein einziger Knall) am besten. „Wir sind für das bevorstehende Rupertigaupreisschnalzen bestens gerüstet“, stellte Ainrings Schnalzervorstand Richard Dusch zufrieden fest.
Insgesamt beteiligten sich in Weng  elf Jugend- und 17 Allgemeine Passen. Von jeder Mannschaft wurden jeweils zwei Durchgänge und ein eigens gewerteter Pasch geschnalzt. Die geschulten Preisrichter um Obmann Peter Edfelder aus Ainring bewerteten im Anwesen der Familie Rupert Kern die Leistungen der Passen. Hinter zugehängten Fenstern lauschten zur Bewertung Hans Althammer und Johann Altmutter (beide Thundorf-Straß), Andreas Dusch und Reinhard Dusch (beide Ainring), Ludwig Wetzelsberger (Ulrichshögl), Stefan Prantler  (Perach) sowie Hias Hinterstoißer (Hammerau/Bicheln) dem Knallen der Goaßln und werteten entsprechend. Franz Butzhammer hielt am Computer die vergebenen Punkte fest, nahm das Schnalzen zugleich auch akustisch auf für das Internet, abzuhören unter Gauverband 1 oder unter schnalzen.de
Trotz vom Regen aufgeweichten, jedoch vom ausrichtenden Trachtenverein D`Mühltaler“ Thundorf-Straß und der darin integrierten Schnalzergruppe bestens präparierten Schnalzerwiese, hatten die Organisatoren das Glück, dass der Wettbewerb vor einigen hundert Zuschauern in einer Regenpause für alle Passen unter gleichbleibend äußeren Bedingungen abgewickelt werden konnte. Der Entscheid, wer nun tatsächlich die 39. Auflage des Gemeindeschnalzens für sich entscheiden konnte, war selbst für die Insider unter den Zuschauern kaum erkennbar.
Ainring IV ist als besonders ehrgeizige Crew bekannt. Nach Rang 5 im vergangenen Jahr schwor man sich ein, es wesentlich besser zu machen – und fast hätte es die Pass als diesjährige Rangzweite auch geschafft. Nur ein Punkt trennte sie von ihren Vereinskameraden aus der „III“. Letztendlich war entscheidend, dass der erste Durchgang nicht ganz so toll ausfiel, wie dann das zweite „Aufdrahen“, wo man von allen 17 beteiligten Allgemeinpassen das höchste Punktergebnis (93) erreichte. Wiederum nur hauchdünn dahinter folgte der Vorjahreszweite Ainring II.
In die Phalanx der Ainringer, auch noch mit den Senioren Ainring I Sechster wurden, drangen neben den Titelverteidiger Feldkirchen I auch die beiden Peracher Passen I und III (sogenannte Hiabei-Pass). Von den Aperschnalzern aus anderen Ortsteilen mit nur einer Pass angetreten, wiederholte Thundorf als Rangelfter exakt die gleiche Platzierung wie 2011. Bicheln folgte auf Platz zwölf, Ulrichshögl wurde 14ter.
In gleicher Besetzung wie im Vorjahr diktierte bei der Jugend Ainring I das Geschehen, wobei die Sieger des Rupertigaupreisschnalzens 2011 vor allem den ersten Durchgang sensationell stark schnalzten. Feldkirchen I wurde in Weng wiederum Zweiter wie zuletzt, ebenfalls mit gehörigem Vorsprung vor Ainring II. Nach dem Motto „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“, waren aus Ainring, Thundorf, Feldkirchen und Perach auch die Zwergerl dabei, die nach dem Kommando „Heits g`schickt, aufdraht, oane, zwo, drei, dahigehts“ wacker die Goaßl schwangen, auch wenn der Takt in seiner rhythmischen Folge manchmal noch etwas durcheinander geriet. Dafür war den Buben und Mädels der herzliche Applaus der Zuschauer  gewiss, denen zudem die Freude anzusehen war, vor so vielen Leuten zu zeigen, was ihnen die Trainer schon alles beigebracht haben um dieses heimische Brauchtum auch in den nächsten Generationen weiterleben zu lassen.
Schnalzer und vereinzelt auch Zuschauer begaben sich dann in das Gasthaus Huber in Straß zur musikalisch umrahmten Siegerehrung. Ein Willkommen entbot Trachtenvorstand Manfred Ruffer. In seinem Dank  listete er auf die Preisrichter für das Auswerten, Bürgermeister Hans Eschlberger für die Übernahme der Schirmherrschaft, den Grundbesitzer, dass er die Schnalzerwiese zur Verfügung gestellt hatte  und last not least die Sponsoren. Ein besonderes Lob galt allen Helfern und ganz besonders  auch den aktiven Trachtlern des Vereins durch deren Mithilfe die Veranstaltung überhaupt erst ermöglicht wurde.
Bürgermeister Hans Eschlberger bedankte sich beim Trachtenverein für die Ausrichtung des gelungenen Brauchtumsereignisses. Es sei das erste Mal in der 39-jährigen Geschichte des Gemeindepreisschnalzen, dass der Wettbewerb in der Ortschaft Weng – in dieser wunderschönen Landschaft, wo normalerweise die Golfspieler ihrem Sport nachgehen – durchgeführt werden konnte. Auch die Ergebnisse würden zeigen, dass die Schnalzer  der Gemeinde Ainring  den schönen Brauch des Aperschnalzens beherrschen und gut gerüstet dem bevorstehenden Großereignis des 54. Rupertigaupreisschnalzens mit rund 1.800 Teilnehmern entgegen sehen können. Gemeinsam mit Vorstand Manfred Ruffer führte der Bürgermeister die Siegerehrung des 39. Gemeindepreisschnalzens durch. Alle Passen erhielten einheitlich Speck und Brot, die Gemeindemeister  die Wandergoaßl, die Paschsieger zudem eine Riesenbreze (Jugend) und ein Fassl Bier (Allgemeine).

 

Die Ergebnisse
Allgemeine Passen (erster und zweiter Durchgang sowie in Klammern erzielten Gesamtpunkte): 1. und Gemeindemeister 2012 Ainring III 90/92,5 (182,5) mit Monika Schwaiger, Hans Bliem, Florian Götzinger, Lorenz Gaßner, Manfred Dusch, Martin Bader, Peter Edfelder, Thomas Moka, Hans Eigl, 2. Ainring IV 88,5/93 (181,5), 3. Ainring II 90,0/91,0 (181,0), 4. Feldkirchen I 87,0/89,0 (176,0), 5. Perach II 86,5/85,5 (172,0), 6. Ainring I 85,5/85 (170,5), 7. Perach III 81,5/87,5 (169,0), 8. Feldkirchen IV 80,5/75,5 (156,0), 9. Feldkirchen III 75,5/80,0 (155,5), 10. Ainring V 73,5/77,5 (151,0), 11. Thundorf 69,0/69,0 (138,0), 12. Bicheln 66,5/66,0 (132,5), 13. Perach I 60,0/58,0 (118,0), 14. Ulrichshögl 55,0/54,5 (109,5), 15. Feldkirchen V 55,0/48,0 (103,0), 16. Feldkirchen II 49,5/45,0 (94,5), 17. Perach IV 42,0/43,0 (85,0).
Jugendpassen: 1. und Gemeindemeister 2012 Ainring I 87,0/82,5 (169,5) mit  Noah Wiesbacher, Peter Reichenberger, Thomas Lex, Michael Reischl, Hubert Wiesbacher, Markus Dusch, Bernhard Kerschl, Raphael Wagner, Xaver Wiesbacher, 2. Feldkirchen I 77,0/71,0 (148,0), 3. Ainring II 64,5/69,0 (133,5), 4. Ulrichshögl 58,5/55,5 (114,0), 5. Feldkirchen II 47,5/43,0 (90,5), 6. Thundorf I 46,0/43,0 (89,0), 7. Ainring III 32,5/29,0 (61,5), 8. Thundorf II 28,5/24,0 (52,5), 9. Feldkirchen III 24,5/25,5 (50,0), 10. Perach 24,5/21,5 (46,0), 11. Feldkirchen IV 21,5/20,5 (42,0).