Geschichte

 

Hier wollen wir von der jungen Geschichte des kleinen, im Rupertiwinkel beheimateten Trachtenvereins „D’Mühltaler" Thundorf-Straß erzählen.



Anfänge:


Hermann Huber, Ziachspieler und aktiver Trachtler des Trachenvereins „D’Mühlberger" Waging heiratete am 30. April 1960 Katharina Enzinger und kam dadurch nach Ottmaning.

Er hatte die Idee, einen Trachtenverein zur Pflege und Erhaltung von Tracht und Brauchtum zu gründen. Er war es auch, der gemeinsam mit seinem Nachbarn Anton Maier und dessen Freund Johann Waldhutter aus Thundorf anfing, Faschingsveranstaltungen mit Einaktern und Faschingsbriefen zu verschönern. Während der Weihnachtstage 1964 machten die beiden unter der Anleitung von Hermann Huber die ersten Plattlerversuche.

Es war nur eine kleine Schar, die sich am 22. Januar 1965 beim Wirt in Thundorf versammelte und die Gründung eines Trachtenvereins beschloß.

Am 21. März desselben Jahres fand schließlich unter Mitwirkung der Musikkapelle Thundorf-Straß, des Trachtenvereins „D’Mühlberger" Waging und unserer Plattlergruppe der Gründungsabend im Gasthaus Huber in Straß statt.

In der ersten Hauptversammlung am 3. April 1965 in Thundorf wurde der Trachtenverein auf den Namen „D’Mühltaler" Thundorf-Straß getauft, da sich das liebliche Mühltal mit seinen alten Mühlen (Altmutter und Thundorf) durch das Einzugsgebiet des Vereins, die damalige Gemeinde Straß, zieht. Der Doppelname ist auf die beiden größeren Dörfer des Gebietes, Thundorf und Straß, zurückzuführen.

In dieser ersten Versammlung wurde auch die erste Vorstandschaft gewählt. Sie setzte sich wiefolgt zusammen:

 

Funktion Name Ort
     
1. Vorstand Hermann Huber Ottmaning
2. Vorstand Max Eisl Straß
1. Kassier Martin Waldhutter Thundorf
Schriftführer Siegfried Reichenberger Thundorf
1. Vorplattler Johann Waldhutter Thundorf
2. Vorplattler Anton Maier Ottmaning
Theaterleiter Max Eisl Straß
Musikvertreter Martin Enzinger Thundorf



Die bereits vorhandene ortsübliche Tracht, für die Männer grüner Frack und Hut mit Gamsbart, für die Frauen schwarzer Spenzer und Hut, blaue Schürze und Prienerhut, wurde als Vereinstracht übernommen.

Die 1930 unter dem Namen „Dienstbotenverein" gegründete Theatergruppe Thundorf-Straß wurde in den Trachtenverein eingegliedert und erfreut seitdem mit jährlich 2 Stücken, die in der Fasten- und Adventszeit aufgeführt werden, die Theaterfreunde unserer Gegend. Neben den niedrigen Mitgliedsbeiträgen waren die Eintrittsgelder aus den Theateraufführungen am Anfang die einzige Einnahmequelle.



Die erste große Veranstaltung die unser Verein ausrichtete war das Rupertigaupreisschnalzen am 30. Januar 1966 in Straß.

Auszug aus der Vereinschronik:

Die Zeit der großen Vorbereitung ist vorbei. Ein Tag mit schönem Wetter, wie nur selten im Januar, belohnte die Arbeit der Schnalzergruppe und des Festausschusses. 53 Passen mit ca. 500 Schnalzern aus dem gesamten Rupertiwinkel sind nach Straß gekommen. Diese Veranstaltung war für den Verein ein voller Erfolg und zugleich eine Probe für das bevorstehende Gründungsfest mit Fahnenweihe.

 

Gründungsfest:

 

Am 18. und 19. Juni 1966 war es soweit. Unter der Schirmherrschaft des Landrates des ehemaligen Landkreises Laufen, Herrn Max Schmid, fand das Gründungsfest mit Fahnenweihe in Straß statt.

Das Dorf war festlich geschmückt und der Festaltar aufgebaut.

Am Samstagabend nach der Totenehrung gestalteten die Berchtesgadener Sänger, die Ruhpoldinger Dirndl, der Patenverein „D’Mühlberger" Waging, die Musikkapelle Thundorf-Straß und die Aktivengruppe im vollbesetzten Festzelt den gelungenen Festabend. Beim Heimgehen ließ der aufkommende Wind nichts Gutes ahnen. Sorgenvolle Blicke schauten am Sonntag zum Himmel, als man zum Weckruf aufbrach. Hochwürden Pfarrer Grein weihte beim Feldgottesdienst die neue Fahne. Danach wurden die Erinnerungsbänder von der Fahnenmutter Hedwig Enzinger, der Fahnenbraut Elisabeth Eisl, das Totenband von Katharina Enzinger und das Patenband für die Mühlberger von Mathilde Maier übergeben. Der anschließende Festzug bestand aus 9 Musikkapellen, 3 Festwagen und 51 Vereinen. Mehr Vereine als Straß Häuser hatte.
 

Schade, dass das für uns so große Ereignis bei strömendem Regen stattfinden musste.



Ereignisse:

Ein Ereignis überschattete des Trachtenjahr 1983. Hermann Huber, der seit der Gründung den Verein anführte, musste aus gesundheitlichen Gründen das Amt des ersten Vorstandes niederlegen. Neuer 1. Vorstand wurde Anton Maier aus Ottmaning. Bei einer Feier am 15. November 1983, bei der auch verdiente Ausschussmitglieder geehrt wurden, wurde Hermann Huber zum Ehrenvorstand ernannt.

Am 21. September 1985 feierten wir das 55-jährige Bestehen der Theatergruppe Thundorf-Straß. Nach dem Gedenkgottesdienst mit anschließendem Festabend konnten bei dem anschließenden Festabend acht Gründungsmitglieder des „Dienstbotenvereins" geehrt werden.

 

Heute:

Im Laufe des Trachtenjahres beteiligen wir uns an den Gau- und Gebietsveranstaltungen, an Fahnenweihen und Gründungsfesten anderer Vereine und veranstalten Heimatabende. Durch unsere Teilnahme verschönern wir Gottesdienste und kirchliche Feste. In unserer Gegend war unser Verein einer der ersten, der Adventsingen in der Kirche organisierte.

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